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Studien

4
Okt

Neue Präventionschance: Behandlung von Bluthochdruck mit traditioneller chinesischer Medizin kann möglicherweise das Demenzrisiko senken

Original Titel:
Association of traditional Chinese medicine therapy and the risk of dementia in patients with hypertension: a nationwide population-based cohort study.

In früheren Studien wurde ein erhöhten Demenzrisiko von Bluthochdruckpatienten berichtet. Bluthochdruck wird oft mit alternativen Methoden, in Taiwan am häufigsten mit Traditioneller chinesischer Medizin (TCM), behandelt. Bisher ist es jedoch unklar, ob diese Behandlung auch das Demenzrisiko der Patienten senken könnte. Ziel der taiwanesischen Studie von Chen und Kollegen (2017) war es daher, den Effekt von TCM auf das Demenzrisiko bei Bluthochdruckpatienten zu untersuchen.

Die Studie rekrutierte 143.382 Patienten aus der Taiwanesischen nationalen Krankenversicherungs-Forschungsdatenbank, bei denen gerade Bluthochdruck neu diagnostiziert worden war. Die Patienten waren zwischen 20 und 90 Jahren alt und wurden zwischen 1998 und 2007 behandelt. Von dieser Patientenkohorte hatten 52365 (36,52 %) eine TCM-Behandlung direkt anschließend an die Bluthochdruckdiagnose erhalten (Nutzer). Die übrigen 91017 Patienten (63,48 %) galten als Kontrollgruppe (Nicht-Nutzer). Um die Häufigkeit der Demenzfälle aufzuzeichnen, wurden alle Teilnehmer bis Ende 2012 beobachtet. Ein Risikoprognosemodell (Cox proportional hazards regression model) wurde eingesetzt um das Risiko für eine Demenzerkrankung (Risikorate, RR) bei TCM-Nutzern zu bestimmen.

In der 15-jährigen Beobachtungsphase entwickelten 3933 Nutzer und 10316 Nicht-Nutzer eine Demenz. Dies entsprach einer Inzidenzrate von 8,41 (TCM-Nutzer) und 11,55 (Nicht-Nutzer) pro 1000 Personenjahren – innerhalb eines Jahres würden also von 1.000 Nutzern 8,41 eine Demenz entwickeln. TCM-Nutzer zeigten ein messbar reduziertes Demenzrisiko im Vergleich zu Nicht-Nutzern (RR = 0,76). Deutlicher wurde der Effekt bei den TCM-Nutzern mit mindestens 180tägiger Anwendung beobachtet (RR = 0,65). Bei den typischerweise verwendeten TCM-Mitteln waren vor allem Folgende mit einem messbar geringeren Demenzrisiko assoziiert: Tian-Ma-Gou-Teng-Yin, Dan-Shen (Radix Salviae Miltiorrhizae), Chuan-Niu-Xi (Radix Cyathulae), Ge-Gen (Radix Puerariae), Jia-Wei-Xiao-Yao-San, and Jue-Ming-Zi (Semen Cassiae).

Die Ergebnisse dieser großen Populationsstudie deuten daher darauf, dass TCM-Behandlung das Demenzrisiko verringern könnte. Alternative chinesische Medizin bietet daher eine mögliche Grundlage für neue Strategien zur Demenzprävention.

© Quelle: DeutschesGesundheitsPortal.de

Referenzen:
Chen KH, Yeh MH, Livneh H, Chen BC, Lin IH, Lu MC, Tsai TY, Yeh CC. Association of traditional Chinese medicine therapy and the risk of dementia in patients with hypertension: a nationwide population-based cohort study. BMC Complement Altern Med. 2017 Mar 29;17(1):178. doi: 10.1186/s12906-017-1677-4.

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